Bauen im Bestand

Bauen im Bestand

10. März 2020 Grundstücke Immobilien 1

Der Fehler liegt im alten und ungenauen Kataster.

Innerstädtische Verdichtung ist lobenswert und besonders gut für die Stadtentwicklung und es wird kein unbenutztes natürliches Land verwendet. Es spart also natürliche Ressourcen und ist somit aus meiner Sicht eine gute und lobenswerte Tat für unsere Welt. Doch im Gegensatz zu dem Bau in Baugebieten ist es komplex, da man sich hier an die gegebenen Strukturen halten muss und nicht einfach einen Bebauungsplan anwenden kann, welcher schnell erläutert was erlaubt ist und was nicht.

Doch nicht nur das man sich an die ortsübliche Bebauung laut Baugesetzbuch halten muss, es warten noch andere Schwierigkeiten. Die Größte ist meiner Meinung nach die Grundstücksgrenze. Die meisten gehen davon aus, wenn Sie eine Grenzlinie im amtlichen Lageplan sehen, dass diese auch so wie dargestellt anzunehmen ist. Doch genau hier liegt der Fehler in innerstädtischen Gebieten. Man muss bedenken, dass die Grenzen in einer Stadt oder einem Ort vor Ewigkeiten entstanden sind. Das kann gerne schon einmal hundert Jahre zurück liegen. Damals kannte man neuartige hochgenaue Messverfahren wie die Lasermessung oder die Messung über Satelliten noch nicht. Was zählte waren die Vermarkungen (Grenzsteine, Grenznägel oder Meißelzeichen) und die von Hand gezeichneten Risse. Doch heute Leben wir in einer Zeit, wo Koordinaten zählen sollten und nicht mehr Abmarkungen und Risse. Doch dieser Übergang dauert noch an und wird Stück für Stück umgesetzt. Wie weit dieser Übergang bei alten Grenzen fortgeschritten ist, kann im Kataster durch die Genauigkeiten eingesehen werden. Sollte es sich also bei einer alten Grenze um ungenaue Koordinaten handeln, so ist davon auszugehen, dass nicht korrekt ist. Ein öffentlich bestellter Vermessungsingenieur muss nun diese Grenze gründlich untersuchen und den richtigen Verlauf feststellen. Dies nennt man Grenzfeststellung und bringt die entsprechenden Grenzpunkte in die höchste Genauigkeitsstufe (Koordinatenkataster). Denn nur im Koordinatenkataster kann gewährleistet sein das der amtliche Lageplan richtig ist und dies ermöglicht dem Architekten das gewünschte Objekt richtig zu planen, ohne dass eine Grenzüberbauung stattfindet. Leider erlebt man in der Praxis häufig, dass viele Architekten wild drauf los planen ohne die Korrektheit der Grenze zu überprüfen. Dies kann dann dazu führen, dass man auf das Grundstück des Nachbarn baut. Sehr problematisch wird es bei Fertighäusern. Sind diese einmal produziert ist keine Veränderung mehr möglich, falls das neue Haus in den Bestand des Nachbarn ragt. Informieren Sie sich deshalb lieber vorher bei einem Öffentlich bestellen Vermessungsingenieur, denn eine erste Frage kostet nichts.

Warum ist die Grenze in Neubaugebieten unproblematisch?

Neubaugebiete hingegen sind neu erschaffene Gebiete und somit wurden alle vorhandenen grenzen neu gebildet. Dies führt dazu das hier vom Grund auf Koordinatenkataster vorherrscht und die höchste Genauigkeit im Kataster und dem amtlichen Lageplan garantiert werden kann.

 

Eine Antwort

  1. Peter sagt:

    Wir hatten leider genau das Problem und mussten teuer nachplanen, damit das Haus gebaut werden konnte. Leider hat unser Architekt uns da nicht drauf aufmerksam gemacht.

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